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Sonntag, 23. Oktober 2016

Gemeinsam im Rollenspiel

Pärchen im Rollenspiel


Pärchen in RK

Was so romantisch klingt ist es in meinem Fall gar nicht. Weder war das Treffen meines Rk-Partners im Spiel besonders romantisch noch der weitere Verlauf. Vielmehr würde ich sagen, lebt unsere Beziehung von den Macken unserer Chars und den erweiterten Möglichkeiten mit diesen umzugehen.

Wie im echten Leben ist es auch hier so, das der Partner einem der Nächste ist. In guten wie in schlechten Zeiten. Soll heißen: auch hier ärgert frau sich über liegen gelassene Socken und freut sich über einen Strauß rote Rosen, als Wiedergutmachung. Während man(n) entnervt die Augen verdreht, wenn wer einen Redeschwall über sich ergehen lassen muss, ihr Lächeln aber so süß findet, dass er sich alle Mühe gibt, sie dazu zu bringen. Gemeinsam lassen sich aber alle Tiefen besser ertragen und alle Höhen um so schöner genießen.


Das Kennenlernen


Mein Char traf auf ihren Partner im Wirtshaus. Wir wechselten ein paar Sätze über den Alltag der Chars und zurück blieb bei mir das Gefühl von "hey! das Rp läuft ja mit dem richtig gut!" Neugierig geworden, ob das nur ein einmaliges Ereignis war, was es durchaus auch gibt, schrieb ich ihn per PN an und verwickelte ihn in ein kurzes RP, dass irgendwie kein Ende finden wollte. Aber schon nach wenigen Posts haben wir als User Kontakt aufgenommen.

Wir ohne viele Worten ein paar Rahmenbedingen geschaffen, innerhalb derer wir spielen wollten und es noch immer tun. So war sofort klar, wie belassen die User-Beziehung auf einer freundschaftlichen Basis und haben unseren Chars ebenfalls Grenzen im RP gesetzt. Viel mehr als Händchen halten findet bei uns nicht statt. Da ist es sicherlich von Vorteil, dass mein Char auch umgehend ihrem Vater versprochen hat, vor der Ehe bei keinem Mann zu liegen.


"Die Chemie muss zwischen den Usern und im RP stimmen"

Wichtig ist es aus meiner Sicht also, das man testet, ob die Chemie zum Spielen stimmt und dass man sich als User und seinem Char gemeinsame Grenzen setzt, dann steht einem Sprung ins gemeinsame RK-Leben nichts mehr im Weg.

Wie schon erwähnt, wer jetzt denkt, dass Taddea seit dem nur noch Geigen am Himmel spielen hört, der irrt. Klar, das erste Verliebt sein, spielt man aus und es macht auch Spaß sich wieder an Schmetterlinge im Bauch zu erinnern und bei schmalzigen Liebesliedern im Hintergrund, romantische Briefe zu schreiben. Aber für mich persönlich ist dann auch irgendwann gut, ich muss das nicht bis zum Abwinken ausschlachten und bei allem Spaß, den das macht, gibt es mehr als nur rosa Wolken.

Reaktionen des Chars wollen überlegt sein


So beginnt also irgendwann die Berg-und Talfahrt, wenn man seinen RK-Partner besser kennen lernt. In Taddeas Fall, zeichnet sich ihr Partner durch extreme Charakterzüge aus. So ist er einerseits sehr charmant, einfühlsam, humorvoll, ein echter Frauenversteher, dem auch schon so einige Frauen im RK hinterher gelaufen sind und auf die Taddea auch getroffen ist. Das bescherte mir als Userin so einige unterhaltsame Abende.

Taddea fand diese Treffen mitunter nicht so witzig. Diese Treffen und die Frage, wie geht mein Char damit um, waren spannend und auch eine Herausforderung für mich. Denn ich bin nicht Taddea und so hat sie ganz andere Möglichkeiten zu reagieren, als ich es tun würde. Darüber musste ich mir aber erstmal Gedanken machen. Eine Aufgabe, der man sich im guten RP immer wieder stellt, und die ganz allgemein, einen großen Reiz an dieser Art Spiel ausmacht.

Andererseits neigt ihr Partner zu Gewaltausbrüche, da er Stimmen hört, die ihm befehlen, alles kurz und klein zu schlagen, was ihm in die Finger kommt. Auch diese Seite hat Taddea erlebt. Normalerweise würde keine Frau bei einem Mann bleiben, der sie schlägt, würgt und hinterher herzerweichend beteuert, es täte ihm Leid. Aber RK ist halt nicht ganz normal und da es ein Rollenspiel ist, zeigt sich auch an dieser Stelle, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, darauf zu reagieren. Man hat es nicht mit dem echten Leben zu tun, sondern mit der eigenen Phantasie und der, der Mitspieler.

Vielleicht klingt das jetzt so, als ob eine RK-Beziehung anstrengend ist. Für den User ist sie es nicht! Für den Char ist die Beziehung so anstrengend oder erfüllend, wie man es ihm auf den Leib schreibt. Es kann ein Rollenspiel bereichern, wenn man jemandem so nahe ist im Spiel. Wichtig ist halt immer, dass man Realität und Spiel trennt, gerade wenn es um Gefühle wie Liebe und Eifersucht geht. Das geht nur dann gut, wenn man sich als User mit gegenseitigem Respekt behandelt.

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Mittwoch, 21. September 2016

Taddea di Grimaldi- Schicksale im Foren-Rollenspiel

Wie das Leben so spielt


Viele Rollenspieler kennen dieses Phänomen: Der Charakter geht seinen eigenen Weg, wird zur Person, entwickelt sich selbständig. Man beginnt, seine Rolle zu spielen und wird vom Schicksal getragen, wie im wahren Leben. 

Das Resultat sind vielschichtige Persönlicheiten, die eine lesenswerte Lebensgeschichte entwickeln und schwerlich in eine einfache Schublade passen. Von einem solchen Rollenspiel-Char lesen wir heute:



Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Taddea di Grimaldi.


Viele glauben wegen meines Namens, ich sei adelig. Bin ich aber nicht. Eigentlich bin ich nur ein einfaches Mädchen. Mein Schicksal meinte es bislang irgendwie, sagen wir mal, gut mit mir. Ich komme aus armen Verhältnissen und als ich dachte, mein Leben sei verpfuscht, da öffnete sich eine unerwartete Tür in mein jetziges Leben. Ich bin adoptierte Tochter eines Ritters, Abenteurerin, Piratenbraut, gebildet und im Grunde viel zu gut für diese Welt.

Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass ich ein Zwillingspaar auf der Suche nach ihren Eltern quer durch Europa begleite. Sie sind beide sehr speziell aber das ist noch gar nichts im Vergleich zu ihrer Familiengeschichte. Meine eigene Familiengeschichte ist aber auch nicht ganz uninteressant. Aber immer eines nach dem anderen.

Meine Geschichte


Wie gesagt, ich stamme aus einfachen Verhältnissen und habe viele Geschwister. Da lag es nahe, dass meine Eltern mich schnell verheiraten wollten, damit sie mich nicht auch noch weiterhin durchfüttern mussten. Aber durch einen bösen Vorfall, über den ich wirklich nicht gerne spreche, kam es nicht dazu und ich musste mein Dorf verlassen. Mein Weg führte mich nach Passau. Mit nichts am Laib musste ich mir ein Leben aufbauen und träumte lediglich von einem eigenen Stück Land, einer netten kleinen Hütte, einem treuen Mann und ein paar Kindern. Wie naiv und langweilig, wird so manch einer glauben. Nach den Sternen greifen ist allerdings nicht so mein Ding. Dafür bin ich zu bodenständig.

Eines Tages traf ich einen geheimnisvollen Mann. Oder sagen wir mal, einen sehr schweigsamen Mann. Irgendwie schaffte ich es seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, ihm zum Sprechen zu bringen… ach ich verliere mich in Details. Also dieser Mann machte mir ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen konnte. Nicht das, was ihr jetzt vielleicht denkt, sondern was ganz anderes. Er wollte eine eigene große Familie gründen und da es zu der damaligen Zeit irgendwie nicht so gut mit dem weiblichen Geschlecht lief, bot er an, mich als Tochter aufzunehmen. Nach einiger Bedenkzeit stimmte ich einer Adoption zu. So fand ich eine neue Familie. Ein bunter Haufen Menschen, die nicht Blut verband, sondern das Herz und die Seele. Ich wurde Tochter eines Ritters. 


Gemeinsam traten wir eine lange Reise an und verschoben Pläne für die Heimat auf später. Allerdings trat dieses „später“ nie ein. Diese Reise veränderte unser aller Leben. Während Kriegen aus denen wir uns raushielten oder doch Teil davon wurden, um eine Schuld zu begleichen, durch unbedachte Reiserouten und Streitigkeiten, verloren wir geliebte Menschen, zerbrachen Freundschaften und wurde unsere Bande immer wieder auf die Probe gestellt. Aber wir erlebten auch glückliche Zeiten einer Hochzeit, einer Geburt oder eines einfachen Wiedersehens nach langer Zeit. Danach waren wir nie wieder die, die wir vorher waren.

Meine Zukunft im RK


Und damit ist das Abenteuer meines Lebens noch nicht beendet. Unverhofft traf ich die Liebe meines Lebens. Den Mann für den ich meine Familie bis auf weiteres verlassen habe und reise mit ihm und seiner Schwester weiter durch Europa auf der Suche nach ihren Eltern und noch vorhandener Familie. Immer wieder treffen wir dabei auf ihre Base, die uns dann begleitet und mit Rat und Tat zur Seite steht. So haben wir schon viele Städte bereist, Erfolge gefeiert, Niederlagen miteinander geteilt und uns immer wieder Hoffnung auf die Zukunft gemacht. Ob uns Fortuna gnädig sein wird, steht in den Sternen geschrieben. Das Abenteuer geht weiter!


Ein Wort der Userin hinter Taddea


Hallo Liebe interessierte und geneigten Rollenspieler.

Als ich diesen Beitrag schrieb, wurde ich vorher aufgefordert zu beschreiben, warum ich Foren-Rollenspiele so toll finde, was mir daran Spaß macht. Darüber musste ich einen Moment nachdenken und dann fiel mir als Antwort nichts Besseres ein, als zu beschreiben, was ich beim Rollenspiel alles erlebt habe. Meiner „Püppi“, wie viele ihren Char nennen, gab ich nur die Geschichte vom geflohenen Mädchen aus einfachen Verhältnissen mit, als ich mich bei dem Spiel anmeldete. Mir war es wichtig, ihr alle Möglichkeiten offen zu halten, sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln. Denn darum geht es im Grunde.

Der schweigsame Mann, die anderen Familienmitglieder, Taddeas große Liebe, seine Schwester und die Base, das sind nur einige Chars, die ihr Leben beeinflussen und geprägt haben. Man weiß vorher nicht, auf wen man im Rollen-Spiel trifft, was aus so einem Treffen wird und welchen Einfluss das hat. Dieses Unvorhergesehene macht für mich den Reiz eines solchen Online-Rollenspiels aus. Es hätte genauso gut in eine ganz andere Richtung gehen können und vielleicht wäre Taddea Bürgermeisterin, Staatsanwältin oder sonst was geworden. Dann würde ich keine Teilgeschichten über Reisen durch das mittelalterliche Europa schreiben, sondern viel mehr Ingame-Funktionen nutzen und beispielsweise an Foren-Rollenspielen über Gerichtsverhandlungen oder Bälle adliger Familien schreiben.

Sicher ist es wichtig, dass man Mitspieler findet, mit denen man gemeinsam Spaß an Rollenspiel im Forum hat. Die findet man vielleicht nicht auf Anhieb, aber mit etwas Durchhaltevermögen und Freude an der Sache findet man bestimmt passende Mitspieler. Und hey! Gehören Enttäuschungen und Rückschläge nicht auch zum Leben?
Online-Rollenspiele sind genauso facettenreich, wie das echte Leben aber mit soviel Abstand zum realen Leben, dass man sich nicht mehr ärgern sollte, als bei einer verlorenen Partie „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ aber genauso mitjubeln kann, wenn man gewonnen hat.

Vielleicht trifft man sich im Forum oder auch Online im Rollenspiel und ich bin dann sehr gespannt, wohin uns dieses Treffen führt.

Viele Grüße
Taddea-Userin.


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Neugierig geworden, was das Rollenspiel-Schicksal für dich bereit hält? Dann nichts wie los: http://www.diekoenigreiche.com 

 Hier schreibt die Userin eines weltreisenden Chars: Seraphina

Viel Spaß weiterhin,
die Amaalia-Userin