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Dienstag, 27. September 2016

Alwina von Grünhaag – Zwischen Silberlöffel, Straßenleben und Burg Steiermark

So nimmt das Rollenspielleben seinen Lauf


Das echte Leben verläuft selten geradlinig. Pläne werden durch Schicksalsfügungen über den Haufen geworfen, Türen öffnen und schließen sich. Auch im Online-Rollenspiel ist das nicht anders und es wäre auch langweilig, wenn immer alles streng nach Plan und Wunsch liefe.

Die Userin dieses Rollenspiel-Charakters kann uns ein Lied davon singen:


Wie bin ich zum Online Rollenspiel gekommen? 


Eine gute Frage die leicht beantwortet werden kann, ich habe die Renaissance Kingdoms vor etwas mehr als 9 Jahren entdeckt. Zufällig und ohne den geringsten Hauch einer Ahnung worum es sich dabei handelt. Da ich aber ein großer Mittelalterfan bin habe ich mich angemeldet und einfach angefangen zu spielen. 


Anfangs war ich nur mit der Wirtschaftssimulation und der Spielmechanik beschäftigt, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es „mehr“. Ein Spielkreis hat sich entwickelt, der Charakter bekam einen Namen und eine Vergangenheit, ich habe meine ersten Gehversuche ins Rollenspiel im Forum gemacht. 

Unvorhersehbares im Online RPG


Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und ich spiele einen anderen Charakter. Ich liebe es nach wie vor in verschiedene Rollen und Charaktere zu schlüpfen, ihnen Leben einzuhauchen und bei der Entwicklung zuzusehen, denn nichts entwickelt sich so wie man es plant, immer kommt etwas dazwischen. Es ist einfach unglaublich spannend was sich aus einem einfachen Rollenspiel alles entwickeln kann, oft nimmt es Wendungen und Richtungen die man als Spieler gar nicht vorhersehen kann.

Und heute?


Mein aktueller Charakter, Alwina von Grünhaag, ist eine junge Frau von 28 Jahren die eine düstere Vergangenheit mit sich herumträgt und versucht dieser zu entkommen. Sie stammt aus einer sehr reichen Bremer Hanse-Familie. Von klein auf wurde sie mit Geld und kostbaren Dingen überhäuft und genoss eine sehr gute Klosterbildung, etwas das den wenigsten Mädchen zu jener Zeit vergönnt war. Selbst ein geeigneter Bräutigam war schon für sie gefunden. Diesen wollte Alwina aber nicht akzeptieren, stattdessen fasste sie den Plan sich den Bräutigam mithilfe einer List vom Hals zu schaffen. Sie verriet die Route eines der väterlichen Handelsschiffe an Piraten. Der Plan simpel wie genial, wenn der Vater ein Schiff verlöre würde er die Aussteuer für seine Tochter nicht aufbringen können und die Hochzeit wäre erfolgreich verhindert – dumm nur dass die Piraten sie ebenfalls verrieten. 


Das darauffolgende Drama und das Zerwürfnis innerhalb der Familie führte dazu, dass sie mehrere Jahre in einem schottischen Kloster ihr Dasein fristete ehe sei bei ihrem Bruder unterkam. Björn, unter dessen Dach sie die folgenden 4,5 Jahre nach der Verstoßung lebte, verstarb unter tragischen Umständen im deutsch-französischen Krieg 1463. Danach ging es bergab für sie, ein erneutes Zerwürfnis zwischen ihr und ihrem Vater, in dessen Folge er ihr sämtliche finanziellen Zuwendungen strich, stellte nur den nächsten Tiefpunkt in einer ganzen Reihe von Ereignissen dar. 

Seit Februar 1464 ist sie nun für sich selbst verantwortlich und muss ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren. Gar nicht so einfach, wenn man nie gelernt hat mit Geld hauszuhalten und das harte Leben nur aus Erzählungen kennt. Durch die Wirren eines Rathaussturmes verliert sie im April 1464 schließlich auch noch ihren Posten als Hafenmeisterin in der größten deutschen Stadt der Renaissance Königreiche, Reutlingen. Ihr Gutshof brennt nieder und sie steht vor dem Nichts. 


Was also tun? 

Die Anschuldigungen seitens des Rates wiegen schwer, sie soll dem Räuberpack geholfen haben in das Rathaus zu gelangen. Der Ruf scheint ihr unrettbar verloren, sie hat kein Hab und Gut mehr, Perspektive? Fehlanzeige. Aus dem Bauch raus entscheidet sie, den Vorwürfen des Rates wenigstens eine Grundlage zu liefern und schließt sich „dem Räuberpack“ an. 

Über ein paar Umwege landete sie im Herzogtum Steiermark und trifft dort einige folgenschwere Entscheidungen. Zum einen sich der Räubertruppe, die sie aus Württemberg mitgenommen hat, endgültig anzuschließen, zum anderen sich in der örtlichen Politik zu versuchen. Aus der reichen Kaufmannserbin wird nach und nach eine einfache Bürgerliche, dann eine Räuberin und… man glaubt es kaum, eine Zigeunerin. Denn sie hat sich auf eine scheinbar erfolgreiche Wette eingelassen. Sie wettet mit Tino von Grünhaag das es keinen Mann gibt der sie ehelichen würde und liegt grandios daneben. Denn der Zigeuner hat längst jemanden parat stehen, seinen Bruder Felix von Grünhaag…

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Welche Spielchen wird das Schicksal noch mit Alina spielen? Auf http://www.diekoenigreiche.com/ werden wir es erfahren. 

Hier geht es zum aktuellen König

Viel Spaß noch,
die Amaalia-Userin

Mittwoch, 21. September 2016

Taddea di Grimaldi- Schicksale im Foren-Rollenspiel

Wie das Leben so spielt


Viele Rollenspieler kennen dieses Phänomen: Der Charakter geht seinen eigenen Weg, wird zur Person, entwickelt sich selbständig. Man beginnt, seine Rolle zu spielen und wird vom Schicksal getragen, wie im wahren Leben. 

Das Resultat sind vielschichtige Persönlicheiten, die eine lesenswerte Lebensgeschichte entwickeln und schwerlich in eine einfache Schublade passen. Von einem solchen Rollenspiel-Char lesen wir heute:



Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Taddea di Grimaldi.


Viele glauben wegen meines Namens, ich sei adelig. Bin ich aber nicht. Eigentlich bin ich nur ein einfaches Mädchen. Mein Schicksal meinte es bislang irgendwie, sagen wir mal, gut mit mir. Ich komme aus armen Verhältnissen und als ich dachte, mein Leben sei verpfuscht, da öffnete sich eine unerwartete Tür in mein jetziges Leben. Ich bin adoptierte Tochter eines Ritters, Abenteurerin, Piratenbraut, gebildet und im Grunde viel zu gut für diese Welt.

Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass ich ein Zwillingspaar auf der Suche nach ihren Eltern quer durch Europa begleite. Sie sind beide sehr speziell aber das ist noch gar nichts im Vergleich zu ihrer Familiengeschichte. Meine eigene Familiengeschichte ist aber auch nicht ganz uninteressant. Aber immer eines nach dem anderen.

Meine Geschichte


Wie gesagt, ich stamme aus einfachen Verhältnissen und habe viele Geschwister. Da lag es nahe, dass meine Eltern mich schnell verheiraten wollten, damit sie mich nicht auch noch weiterhin durchfüttern mussten. Aber durch einen bösen Vorfall, über den ich wirklich nicht gerne spreche, kam es nicht dazu und ich musste mein Dorf verlassen. Mein Weg führte mich nach Passau. Mit nichts am Laib musste ich mir ein Leben aufbauen und träumte lediglich von einem eigenen Stück Land, einer netten kleinen Hütte, einem treuen Mann und ein paar Kindern. Wie naiv und langweilig, wird so manch einer glauben. Nach den Sternen greifen ist allerdings nicht so mein Ding. Dafür bin ich zu bodenständig.

Eines Tages traf ich einen geheimnisvollen Mann. Oder sagen wir mal, einen sehr schweigsamen Mann. Irgendwie schaffte ich es seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, ihm zum Sprechen zu bringen… ach ich verliere mich in Details. Also dieser Mann machte mir ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen konnte. Nicht das, was ihr jetzt vielleicht denkt, sondern was ganz anderes. Er wollte eine eigene große Familie gründen und da es zu der damaligen Zeit irgendwie nicht so gut mit dem weiblichen Geschlecht lief, bot er an, mich als Tochter aufzunehmen. Nach einiger Bedenkzeit stimmte ich einer Adoption zu. So fand ich eine neue Familie. Ein bunter Haufen Menschen, die nicht Blut verband, sondern das Herz und die Seele. Ich wurde Tochter eines Ritters. 


Gemeinsam traten wir eine lange Reise an und verschoben Pläne für die Heimat auf später. Allerdings trat dieses „später“ nie ein. Diese Reise veränderte unser aller Leben. Während Kriegen aus denen wir uns raushielten oder doch Teil davon wurden, um eine Schuld zu begleichen, durch unbedachte Reiserouten und Streitigkeiten, verloren wir geliebte Menschen, zerbrachen Freundschaften und wurde unsere Bande immer wieder auf die Probe gestellt. Aber wir erlebten auch glückliche Zeiten einer Hochzeit, einer Geburt oder eines einfachen Wiedersehens nach langer Zeit. Danach waren wir nie wieder die, die wir vorher waren.

Meine Zukunft im RK


Und damit ist das Abenteuer meines Lebens noch nicht beendet. Unverhofft traf ich die Liebe meines Lebens. Den Mann für den ich meine Familie bis auf weiteres verlassen habe und reise mit ihm und seiner Schwester weiter durch Europa auf der Suche nach ihren Eltern und noch vorhandener Familie. Immer wieder treffen wir dabei auf ihre Base, die uns dann begleitet und mit Rat und Tat zur Seite steht. So haben wir schon viele Städte bereist, Erfolge gefeiert, Niederlagen miteinander geteilt und uns immer wieder Hoffnung auf die Zukunft gemacht. Ob uns Fortuna gnädig sein wird, steht in den Sternen geschrieben. Das Abenteuer geht weiter!


Ein Wort der Userin hinter Taddea


Hallo Liebe interessierte und geneigten Rollenspieler.

Als ich diesen Beitrag schrieb, wurde ich vorher aufgefordert zu beschreiben, warum ich Foren-Rollenspiele so toll finde, was mir daran Spaß macht. Darüber musste ich einen Moment nachdenken und dann fiel mir als Antwort nichts Besseres ein, als zu beschreiben, was ich beim Rollenspiel alles erlebt habe. Meiner „Püppi“, wie viele ihren Char nennen, gab ich nur die Geschichte vom geflohenen Mädchen aus einfachen Verhältnissen mit, als ich mich bei dem Spiel anmeldete. Mir war es wichtig, ihr alle Möglichkeiten offen zu halten, sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln. Denn darum geht es im Grunde.

Der schweigsame Mann, die anderen Familienmitglieder, Taddeas große Liebe, seine Schwester und die Base, das sind nur einige Chars, die ihr Leben beeinflussen und geprägt haben. Man weiß vorher nicht, auf wen man im Rollen-Spiel trifft, was aus so einem Treffen wird und welchen Einfluss das hat. Dieses Unvorhergesehene macht für mich den Reiz eines solchen Online-Rollenspiels aus. Es hätte genauso gut in eine ganz andere Richtung gehen können und vielleicht wäre Taddea Bürgermeisterin, Staatsanwältin oder sonst was geworden. Dann würde ich keine Teilgeschichten über Reisen durch das mittelalterliche Europa schreiben, sondern viel mehr Ingame-Funktionen nutzen und beispielsweise an Foren-Rollenspielen über Gerichtsverhandlungen oder Bälle adliger Familien schreiben.

Sicher ist es wichtig, dass man Mitspieler findet, mit denen man gemeinsam Spaß an Rollenspiel im Forum hat. Die findet man vielleicht nicht auf Anhieb, aber mit etwas Durchhaltevermögen und Freude an der Sache findet man bestimmt passende Mitspieler. Und hey! Gehören Enttäuschungen und Rückschläge nicht auch zum Leben?
Online-Rollenspiele sind genauso facettenreich, wie das echte Leben aber mit soviel Abstand zum realen Leben, dass man sich nicht mehr ärgern sollte, als bei einer verlorenen Partie „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ aber genauso mitjubeln kann, wenn man gewonnen hat.

Vielleicht trifft man sich im Forum oder auch Online im Rollenspiel und ich bin dann sehr gespannt, wohin uns dieses Treffen führt.

Viele Grüße
Taddea-Userin.


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Neugierig geworden, was das Rollenspiel-Schicksal für dich bereit hält? Dann nichts wie los: http://www.diekoenigreiche.com 

 Hier schreibt die Userin eines weltreisenden Chars: Seraphina

Viel Spaß weiterhin,
die Amaalia-Userin